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Sonderabfallprobleme zuSAMmen lösen

Häufige Fragen

  • Was sind gefährliche Abfälle (Sonderabfälle)?

    Sonderabfälle sind Abfälle, die der Gesetzgeber wegen ihrer für Mensch oder Umwelt schädlichen Eigenschaften als gefährlich ansieht. Der offizielle Begriff ist daher auch „gefährliche Abfälle“.  Dazu gehören z. B. ölhaltige Abfälle, Farb- und Lackschlämme, Leuchtstoffröhren, schadstoffhaltige Bauabfälle sowie Abfälle aus Problemstoffsammlungen der Gemeinden. Gefährliche Abfälle unterliegen in der Regel der bundesrechtlichen Nachweispflicht sowie der landesrechtlichen Andienungspflicht.

  • Was bedeutet Andienungspflicht?

    Sonderabfälle, die in Rheinland-Pfalz angefallen sind oder in einer in Rheinland-Pfalz gelegenen Anlage entsorgt werden sollen, müssen in der Regel der SAM angedient, d.h. gemeldet, werden. Erzeuger bzw. Besitzer von Sonderabfällen dürfen einen Entsorgungsweg nur beschreiten, wenn dieser von der SAM zugewiesen, d.h. genehmigt, wurde. Das Bundesverwaltungsgericht hat die rheinland-pfälzische Andienungspflicht höchstrichterlich bestätigt (Urteil vom 13. April 2000, Az.: 7 C 47.98).

  • Wie geht die SAM bei der Lenkung vor?

    Die SAM entscheidet nicht eigenständig, durch wen, wo und in welchem Entsorgungsverfahren ein andienungspflichtiger Sonderabfall zu entsorgen ist. Vielmehr stellt der Abfallerzeuger/-besitzer im Rahmen der Andienungspflicht einen Antrag, ob sein Abfall auf die von ihm beantragte Weise entsorgt werden darf. Regelmäßig erfolgt die Andienung auf der Grundlage der von der bundesrechtlichen Nachweisverordnung vorgesehenen Formblätter, die der Abfallerzeuger/-besitzer ohnehin führen muss. Damit unterbreitet er seinen Entsorgungsvorschlag. Diesem wird grundsätzlich gefolgt, sofern er den gesetzlichen Anforderungen genügt. Die SAM erteilt dann eine sog. Zuweisung. Wird der Entsorgungsvorschlag abgelehnt, erfolgt keine zwangsweise Zuweisung in eine andere, für den Andienungspflichtigen möglicherweise nicht akzeptable Entsorgungsanlage. Vielmehr sucht die SAM in Abstimmung mit dem Andienungspflichtigen einen alternativen Entsorgungsweg.

  • Wie überwacht die SAM die tatsächlich beschrittenen Entsorgungswege?

    Die SAM kontrolliert den Weg der Abfälle, indem sie die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumente (z.B. Begleitscheine) IT-unterstützt auswertet. Außerdem werden Abfalltransportkontrollen und Kontrollen vor Ort sowie Registerprüfungen durchgeführt. Damit wird das unerkannte Verschwinden von gefährlichen Abfällen erschwert, und es können realistische Sonderabfallbilanzen für Rheinland-Pfalz erstellt werden.

  • Kann die SAM rechtswidrige Sonderabfallentsorgungen erkennen und verhindern?

    Die vollständige Verhinderung von rechtswidrigen Entsorgungen ist nicht möglich. Immerhin müssen pro Jahr ca. 25.000 Bescheide erstellt und ca. 150.000 Begleitscheine ausgewertet werden. Die bei der Andienung von Sonderabfällen und der Auswertung der Begleitscheine anfallenden Daten lassen sich so detailliert analysieren, dass Umweltstraftäter ein hohes Entdeckungsrisiko eingehen. Dieses wird noch gesteigert, weil die SAM ihre Daten auch den für die Anlagen der Erzeuger und Entsorger zuständigen Überwachungsbehörden zur Verfügung stellt.

  • Weshalb ist die SAM eine GmbH?

    Die von der SAM wahrzunehmenden Aufgaben erfordern einen besonderen Sachverstand und eine effiziente Organisation bei der Wahrnehmung der Kontrollbefugnisse. Dies rechtfertigt es, die Überwachungsaufgaben einer GmbH zu übertragen (vgl. Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 29. September 2005, Az.: 7 BN 2.05).

    Die SAM ist eine Public-Private-Partnership-Gesellschaft (PPP-Modell). Durch die seitens des Landesgesetzgebers erfolgte Übertragung der hoheitlichen Befugnisse (sog.  Beleihung) wurden die Sachkunde, die Initiative, die Interessen, die technischen und betrieblichen Kenntnisse und die Mittel privater Entsorgungsunternehmen nutzbar gemacht, um die Erfüllung öffentlicher Aufgaben effizient zu gestalten. Letztlich bringt der Gesellschafter Land die Verwaltungsexpertise und die private Entsorgungswirtschaft die technisch-wirtschaftliche Expertise in die Gesellschaft ein. Die Einbeziehung der privaten Entsorgungswirtschaft entspricht zudem der Konzeption des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), die private Entsorgungsverantwortung zu stärken. Dies rechtfertigt eine Ausnahme vom Grundsatz des Artikels 33 Absatz 4 Grundgesetz, wonach hoheitliche Befugnisse in der Regel durch Angehörige des öffentlichen Dienstes erfolgen soll, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehen (so ausdrücklich für die SAM Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 13. April 2000, Az.: 7 C 47.98).

  • Ist die SAM unabhängig?

    Die SAM unterliegt bei ihren hoheitlichen Entscheidungen Recht und Gesetz sowie der Kontrolle durch einen freiwilligen Aufsichtsrat und durch die Fachaufsicht des für die Abfallwirtschaft zuständigen Ministeriums, also nicht den Weisungen privater Gesellschafter. Sie betreibt keine Anlagen und ist auch keine Anlieferverpflichtungen eingegangen.

  • Ist die SAM zur Geheimhaltung verpflichtet?

    Ja. Alle Geschäfts- und Betriebsverhältnisse der Kunden – abgesehen vom innerbehördlichen Datenaustausch – unterliegen den gesetzlichen Geheimhaltungsbestimmungen. Darauf werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzeln verpflichtet.

  • Wie finanziert sich die SAM?

    Die SAM arbeitet nach dem sog. Kostendeckungs- und Verursacherprinzip, d.h. für die jeweiligen Amtshandlungen werden Gebühren nach dem entstehenden Aufwand bei den Verursachern des Aufwandes erhoben. Damit fallen die Kosten nicht dem Steuerzahler zur Last.

  • Welche Servicegarantien gibt die SAM?

    Die gesetzlich vorgeschriebenen Entscheidungsfristen werden trotz Beibehaltung der notwendigen Prüftiefe in der Regel weit unterschritten. Abstimmungsprobleme, Rechtsunsicherheiten sowie unzureichende Antragsunterlagen können die Bearbeitungszeiten verlängern.

    Servicegarantien der SAM (PDF, 56 KB)

  • Macht die SAM alles richtig?

    Aufgrund der hohen Anzahl zu bearbeitender Fälle lassen sich Fehler nicht ganz vermeiden. Weil wir das wissen, optimieren wir fortlaufend unsere Tätigkeiten im Rahmen unserer Möglichkeiten. Hierzu trägt auch das seit 1999 erfolgreich eingeführte Qualitäts- und Umweltmanagementsystem bei.

  • Kann es die SAM jedem Recht machen?

    Aufgrund der Komplexität unserer Aufgaben müssen wir auch Entscheidungen treffen, die nicht den Wünschen aller Beteiligten entsprechen. Für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz und den Erhalt einer intakten Umwelt mit hoher Lebensqualität für die Bürger/innen hat das öffentliche Interesse an einer geordneten Entsorgung Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen Einzelner.

  • Warum bemüht sich die SAM um die Vermeidung, Verminderung und Verwertung (VVV) von Abfällen?

    Auf den ersten Blick scheint es den wirtschaftlichen Interessen entgegen zu stehen, dass sich eine rein über Gebühren finanzierte GmbH wie die SAM um die Vermeidung, Verminderung und Verwertung der betroffenen Abfälle bemüht. Im Landeskreislaufwirtschaftsgesetz (LKrWG) heißt es jedoch: „Der Zentralen Stelle für Sonderabfälle obliegt die Organisation der Sonderabfallentsorgung. [...] Im Rahmen ihrer Aufgaben informiert und berät sie mit dem Ziel der Vermeidung, der Vorbereitung zur Wiederverwendung, des Recyclings und der sonstigen Verwertung von Abfällen." Diesen Auftrag nimmt die SAM sehr ernst. Daher hat sie schon viele Seminare und Einzelberatungen zur Vermeidung, Verminderung und Verwertung durchgeführt sowie Broschüren und Informationsschriften herausgegeben. Sie engagiert sich schon seit 2001 im Bereich des Produktionsintegrierten Umweltschutzes (PIUS).

  • Wie setzt die SAM die Vorgaben des Mindestlohngesetzes um?

    Die SAM erfüllt die Vorgaben des Mindestlohngesetzes. Sie bezahlt ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mindestens die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne und weist die von ihr beauftragten Nachunternehmen schriftlich darauf hin, dass diese ebenfalls dazu verpflichtet sind, mindestens die vorgeschriebenen Mindestlöhne zu bezahlen.

    Erklärung zum MIndestlohn (PDF, 218 KB)

Kontakt SAM Sonderabfall-Management-Gesellschaft Rheinland-Pfalz mbH Wilhelm-Theodor-Römheld-Str. 34 55130 Mainz
Fon:06131 98298-0
Fax:06131 98298-22
E-Mail: info(at)sam-rlp.de